Kommt dir folgende Situation bekannt vor? Der Tag hat normal begonnen und ich fühle mich gut. Alles scheint reibungslos zu verlaufen. Auf einmal tauchen Gedanken, Gefühle oder Umstände auf die unsere Stimmung plötzlich verändern.

Die Stimmung kippt. Wir beginnen uns schlecht zu fühlen. Wir sind aus heiterem Himmel traurig oder gestresst, ängstlich oder nachdenklich.

Treten diese Stimmungsschwankungen häufiger auf, können sie unser tägliches Leben beeinflussen. Beziehungen zu anderen Mitmenschen, unserer Familie, Partner, Kinder und unseren Freunden leiden darunter.

Wie werden Stimmungsschwankungen erlebt?

Stimmungsumschwünge oder plötzliche Stimmungsschwankungen sind plötzlich auftretende wechselnde Gefühle. Die Betroffenen erleben in sehr kurzer Zeit verschiedene Emotionen in unterschiedlichen Qualitäten.

Ohne gravierenden Grund ändert sich abrupt die fröhliche und zufriedene Stimmung in eine tiefe Angst oder Nervosität.

Emotionale Instabilität kann sehr belastend im täglichen Leben sein.

Stimmungsschwankungen werden oft den Frauen zugeschrieben, im Zusammenhang mit den hormonellen Veränderungen (z.B. Menstruation, Menopause).

Stimmungsumschwünge können in Wahrheit  in jedem Geschlecht oder Alter auftreten.

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Was sind häufige Ursachen?

Plötzliche Stimmungsschwankungen können viele Ursachen haben. Sie können auf bestimmte Gesundheitszustände, äußere Faktoren, Ereignisse, hormonelle Veränderungen, oder psychische Störungen zurückzuführen sein.

Einige dieser Ursachen sind unter anderem:

  • Adoleszenz (Pubertät)
  • Prämenstruelles Syndrom (PMS)
  • Essstörungen
  • Persönlichkeitsstörung wie Borderline- oder histrionische Persönlichkeitsstörung
  • Verhütung durch Pille, Spirale…
  • Schwangerschaft, Wochenbett, Baby Blues, postpartale Psychose
  • Drogenkonsum
  • Bipolare Störung
  • Magnesiummangel, Kalium … (Elektrolyte)
  • Autoimmunerkrankung Schilddrüsenentzündung (Hashimoto-Thyreoiditis)

Es gibt jedoch Situationen oder Lebensphasen, in denen es nicht leicht zu bestimmen ist, was genau einen plötzlichen Stimmungsumschwung verursacht.

Die Entstehung und das Management von Emotionen sind so variabel. Die Faktoren sind so vielfältig, dass es oft schwierig ist herauszufinden woher sie kommen und wie sie zu bewerkstelligen sind.

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Quelle: Pixabay (S. Hermann & F. Richter)

Schlüssel zur Bewältigung von Stimmungsschwankungen

Werden wir von einer Reihe von Ereignissen in unserem Leben überwältigen oder treten gehäuft quälende Situationen auf, ist es ganz natürlich Stimmungsschwankungen zu erleben,

Wissen wir jedoch, wie wir richtig mit ihnen umgehen, können wir einer Beeinträchtigung unserer sozialen Beziehungen vorbeugen.

Ständige, emotionale Veränderungen und die schlechte Stimmung können auch zu Demotivation und mangelnder Produktivität führen. Das führt eventuell zu einem Rückgang unserer Arbeitsleistung.

Mögliche Schlüssel zur Stimmungsregulation

Wie kann ich Stimmungsschwankungen vermeiden?

Merken wir, dass unsere emotionale Stabilität geringer wird, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten oder Strategien die wir nutzen können.

Sehen Sie die folgenden Anregungen als Hilfe, um mit Stimmungsschwankungen umzugehen. Probieren sie es aus.

Etablieren Sie eine Reihe von beruhigenden Routinen

Wir wissen am besten, was uns entspannt und beruhigt. Es ist ratsam dieses Wissen so einzusetzen, dass wir unsere Emotionen stabilisieren können. Etablieren wir eine Reihe von Routinen, bei denen wir entspannen können. Routinen wie Musik hören, spazieren gehen oder ein heißes Getränk zu sich nehmen. Haben wir unsere ideale Routine gefunden und verfestigt, können wir sie bei jedem Stimmungsumschwung anwenden. Immer wieder angewendet etablieren wir es zu einen festen Ritual, dass uns mit der Zeit immer besser helfen wird.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zu gehen?

Es ist gut sich bewusst zu werden, wann unsere Stimmung kippt und die Interaktionen mit anderen gestört wird.

Merken wir wann unsere Emotionen uns zu überwältigen drohen? Sie uns kontrollieren anstatt wir sie? Entscheidend ist es, sich in der Richtung zu sensibilisieren. Merken wir dann in einer Diskussion, dass es kritisch wird können wir prophylaktisch vorher aussteigen.

Bei plötzlichen Stimmungsschwankungen ist es hilfreich, sich für einige Augenblicke zurückzuziehen und wieder einzusteigen wenn unser Verstand klarer und unser Geist wieder frei ist.


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The Biopsychology of Mood and Arousal (Englisch) Taschenbuch – 28. März 1991 von Robert E. Thayer  (Autor)



Erst Denken dann sprechen

Die Kunst vorher zurückzutreten und für einen Moment innezuhalten, ist ein weiterer Schlüssel zur Stimmungsregulation. Wir nehmen uns die Zeit nachzudenken, bevor wir auf die andere Person reagieren. So können wir unsere Emotionen lenken.

Sich die Zeit nehmen um auszuruhen

In vielen Fällen, in denen wir plötzliche Stimmungsumschwünge erleben, ist es eine gute Option, sich ein paar Momente Zeit zu nehmen, um sich auszuruhen und die emotionale Instabilität zu beruhigen.

Ein Ortswechsel ist manchmal hilfreich um unsere Vorstellungen zu klären. Drohen die Emotionen uns zu überwältigen halten wir für einen Moment inne. Zählen von 1 bis 10 und wenden erlernte Entspannungsübungen an.

Ausreichende Bewegung hilft uns im Gleichgewicht zu bleiben

Kurze Spaziergänge von etwa 30 Minuten können uns helfen in einer Episode der Stimmungsinstabilität. Sie helfen negative Emotionen zu bewältigen und einzudämmen.

Bewegung erhöht den Dopaminspiegel im Blut. Dieser Neurotransmitter spielt eine wesentliche Rolle bei der Regulierung unserer Stimmung und der Verbesserung unseres Wohlbefindens.

Mit jemandem Sprechen dem man vertraut

Überwältigen uns die Stimmungsschwankungen und die Angst nimmt überhand, kann es sehr hilfreich sein, mit einem Vertrauten zu sprechen.

Zeigen wir einem Freund unsere Gefühle und unsere Bedenken, so kann sich unsere Stimmungslage vorübergehend beruhigen

Sind unsere Stimmungsschwankungen über längere Zeit beständig, ist es ratsam professionelle Unterstützung zu suchen.

Quelle: Pexels (cottonbro)

Schreiben kann helfen

Über unsere Gefühle zu schreiben kann eine große Hilfe sein. Wir ordnen unsere Gedanken. Wie ist gerade die Stimmung? Durch die Dokumentation können uns die Umstände bewusst werden.

Eine tägliche Aufzeichnung hilft uns das Verhaltensmuster zu erkennen, das sonst unbewusst abläuft und diese Schwankungen hervorruft. Es fällt uns leichter vorausschauend einzugreifen.

Was genau verursacht meine Stimmungsschwankungen?

Sie wissen nicht bewusst warum sich die Stimmung verändert? Das wäre der erste Schritt. Dokumentieren Sie wann und wo es passiert.

Wenn wir zum Beispiel wissen dass während PMS (Prämenstruelles Syndrom) Stimmungsschwankungen auftreten und andere mögliche körperliche Ursachen ausgeschlossen werden können, ist es möglich die geeigneten Strategien zu entwickeln um besser mit ihnen  umzugehen.

Wan ist professionelle Unterstützung sinnvoll?

Bei wiederholtem Auftreten können Stimmungsschwankungen unser tägliches Leben negativ beeinflussen, auch wenn sie im Normbereich liegen. Aus diesem Grund kann es sinnvoll sein sich rechtzeitig Unterstützung zu holen.

Liegt in irgendeiner Form der Verdacht nahe, dass eine geistige, emotionale oder körperliche Erkrankung vorliegt, ist eine fachmännische Behandlung unbedingt notwendig.

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Quelle Beitragsbild: Pixabay (Gino Crescoli )