Schuld und Schuldgefühle, wer kennt es nicht? Solange die Schuld nicht bewiesen ist, darf niemand als „schuldig“ bezeichnet werden. Oder ist „Jeder“ unschuldig, solange seine Schuld nicht bewiesen ist? Die Schuld ist als eine kognitive Disposition zu sehen. Ein im Menschen innewohnendes subjektives Gefühl. Schuldgefühle verwandeln das Glück in Unglück. Sie reißt alles Positive mit und wendet unsere Aufmerksamkeit auf das Negative.

Objektiv ist sie oft nicht so leicht nachvollziehbar. Schuld ist neben Scham die am extremsten als negativ empfundene Emotion. Meist hervorgerufen durch eine Verletzung von Pflichten oder Regeln. Bei einem groben Verstoß können körperliche Stresssymptome wie z.B. rot werden oder Schweißausbrüche in Erscheinung treten. Symptome die wir von extremen Angstsituationen kennen.

Wir alle kennen aber auch das schlechte Gewissen bei bestimmten Situationen, nicht genug getan zu haben oder nicht zu genügen. Ist das nicht paradox?

Was ist ein gesunder Umgang mit meiner Schuld und Scham?

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Wann tritt dieser emotionale Zustand des „sich schuldig fühlen“ auf?

Wenn eine Person ihre eigenen Verhaltensnormen übertreten oder moralische Werte verletzt hat und die Verantwortung dafür übernimmt.

Wir finden jeden Tag neue Gründe uns schuldig zu fühlen. Wir möchten glücklich sein und uns ständig weiterentwickeln. Dazu gehört der soziale, wirtschaftliche und familiäre Erfolg den wir anstreben. Gelingt es uns nicht nach unseren Vorstellungen und selbst auferlegten Normen, dann haben wir etwas falsch gemacht.

Schuld ist schwer zu erfassen. Sie ist immer in der Lebensgeschichte eingebettet und abhängig von unseren Erfahrungen und daraus resultierendem Weltbild bzw. unseren Glaubenssätzen.

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Quelle: pixabay (Gerd Altmann)

Durch Kritik von unserer Umgebung kann der Druck erhöht werden. Sie lastet schwerer auf unsere Schultern und wir dürfen diese selbsterlegte Bürde alleine tragen.

Verfolgt sie uns schon Stunden oder den ganzen Tag? Läuft sie vielleicht Tage, Monate, Jahre im Hintergrund mit. Ist sie zu präsent hindert sie uns ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Wie können wir dieses Gefühl relativieren?

Gibt es völlige Abwesenheit der Schuld? Das sind sehr wenige Menschen, die sich niemals schuldig gefühlt haben. Es gibt die Gefahr, dass die Grenzen des Respekts, der Legalität verwischt werden. Diese Menschen haben keine ´Norm für Gut und Böse entwickelt. Das kann zur Annahme von unsozialem Verhalten führen.

Es ist viel gesünder sich nicht wegen eines Fehlers zu verurteilen.

Welche Auswirkung haben Schuldgefühle auf unser soziale Umfeld?

Es ist unmöglich sie zu ignorieren. Denn Schuld war schon immer eine der treibenden Kräfte bei dem Zusammenbruch von sozialen Bindungen. Viele Menschen zerstören ihre Gegenwart, indem sie sich in Alkohol, Drogen oder andere schädliche Gewohnheiten flüchten. Weil sie die Last nicht mehr aushalten. Oder Sich dafür bestrafen, dass sie in der Vergangenheit falsch reagiert haben. Die volle Verantwortung ihrer Taten nicht mehr übernehmen wollen.


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Sind nicht Schuld und Sünde nur Ängste der Vergangenheit?

Wenn ich mich weigere die volle Verantwortung für mein Leben zu übernehmen, ist das eine kontraproduktive Reaktion. Wir wissen, dass die Vergangenheit per Definition unveränderlich ist. Die persönliche Entwicklung kann nur dann stattfinden, wenn ich mich mit meinen Stärken und Schwächen annehmen kann. Eines der wichtigsten Lebensziele ist das Prinzip der Akzeptanz. Welche das Scheitern zu einer treibenden Kraft des Lernens macht.

Schuld reißt mich von der Realität des Handelns heraus. Sie bringt mich dazu meinen Fokus auf die negativen Folgen meines Handelns zu legen. Dadurch können materielle oder nicht-materielle Auswirkungen auf das tägliches Leben entstehen.

Sie führt zu einer Neigung das Selbstvertrauen zu verlieren. Zu einem Mangel bei bestimmten Themen rational zu Denken. Sie hindert uns unsere Entscheidungen zu prüfen. Sie als irrationales Verhaltensmuster zu erkennen. Diese mit den Jahren systematisch aufgebauten Phänomene nehmen zu und sollten aufgedeckt werden.

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Quelle: pixabay (Khusen Rustamov)

Leiden Sie an den Verlust der Objektivität, weil sie sich schuldig fühlen?

Mehr als jede andere Emotion kann Schuld unsere langfristige Sicht auf die Welt beeinflussen. Sie könnte sich sogar bösartig auf uns auswirken. Das Schwierigste an der Schuld ist, dass ihr Auftreten nicht einmal vom Schweregrad oder Ernst der Situationen abhängig ist, bei der wir ihr begegnen. Man kann sich zum Beispiel schuldig fühlen, wenn man ein paar Tage frei nimmt oder Geld aus heiterer Laune heraus ausgibt. Vielleicht habe ich nicht genug dafür getan, um meine eigene Sozialisation zu fördern.

In wie weit hat sich die Schuld von der Realität entfernt?

Meist veranlasst sie uns zu einer pessimistischen Zukunftsvision. Wir stellen unsere Bemühungen in Frage und zweifeln an uns selbst.

Eine solche Programierugen machen das Loslassen sehr schwierig. Sie hindert uns daran, uns unseren Zweifeln zu stellen. Diese Disposition blockiert unsere Weiterentwicklung. Es ist ein Mechanismus, der uns jegliche Möglichkeit, an unseren Herausforderung und Erfahrung aufzublühen, nimmt.

Die Ursache von Schuldgefühlen hat keinen Einfluß auf die intensität der Wirkung in unseren Verhaltensmustern.

Sind nicht Schuld und Sünde nur Ängste der Vergangenheit? (FWU – Schuld)


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Quelle Beitragsbild: pixabay (Frank-Magdelyns)