Wie kann mir Hypnose helfen aufzuhören?

Eine Theorie darüber, warum Hypnose bei Nikotinabhängigkeit funktioniert lautet: Sie gibt uns die Möglichkeit, unsere Gedanken von oben nach unten umzustrukturieren. Wenn Sie den Reiz wahrnehmen, der ein Verlangen hervorrufen kann, ist es schon zu spät. Der Verstand hat bereits Assoziationen aufgebaut, die das gewohnte Verhalten auslösen. Nehmen wir das Beispiel, wenn sie sich gestresst fühlen. Bei Stress kommt der Gedanke an das Rauchen und Sie reagieren einfach. Hypnose hilft Ihnen, einen Geisteszustand zu erreichen, indem Sie diese unerwünschten Gedankengänge verändern.

Welche Mechanismen werden dabei genutzt?

In der Hypnosesitzung folgen Sie Entspannungs- und Atemtechniken, um einen Zustand der Trance zu erreichen. Dieser Geisteszustand ähnelt dem des Tagträumens. Mir ist bewusst was passiert, doch gleichzeitig ist es mir möglich eine andere Geisteshaltung einzunehmen. Während des Trancezustandes ist Ihr Geist klar und offen. Dem Anteil des Verstandes, der ständig nach Gründen sucht, um ein Raucher zu bleiben, wird angeschaut. Er wird ernst genommen und es wird mit diesem Gedanken gearbeitet. Das Verhalten hat einen bestimmten Grund und gewisse Vorteile. Jedes angeeignete Verhalten ist für den Organismus in irgendeiner Weise (an jenem Zeitpunkt) als sinnvoll empfunden worden. Sonst hätten wir es uns nicht zu Eigen gemacht.

Der Hypnotherapeut gibt positivere Vorschläge, welche das Unterbewusstsein annehmen kann, um mit dem Rauchen aufzuhören. Es gibt die Möglichkeit für die automatischen Prozesse „Straßensperren“ zu errichten, die im Hintergrund immer wieder ablaufen und das Suchtverhalten steuern. Wenn also ein Auslöser für das Rauchen aufpoppt, reagiert der Verstand nicht automatisch. Er ist in der Lage die neuen Informationen, die Sie zur Verfügung gestellt haben, zu nutzen.

Unbewusste Prozesse neu gestalten

Unsere unbewussten Gedanken sind mächtig und sie beeinflussen unsere Wahrnehmung. Wenn unser Unterbewusstsein uns also sagt, dass es funktionieren wird, schicken wir diese Informationen von unten nach oben durch, ohne sie noch mal zu prüfen. Durch unsere alte Erfahrung haben wir gelernt, wie wir uns zu verhalten haben.

In der Hypnose geben wir unserem Verstand neue und genauere Informationen über das Rauchen. Wir machen uns das Wechselspiel zu nutzen. Hypnotische Suggestionen während des Trancezustands werden individuell angepasst, immer mit dem Fokus auf die Gewohnheiten und Gedanken des Betroffenen. Zusätzlich könnte der Geruch von Zigarettenrauch neu interpretieren werden. Zum Beispiel, dass ich diesen Geruch von diesem Zeitpunkt an abstoßend finde.

Rauchen, Zigaretten am Aschenbecher, Quelle: pixabay (Myriam Zilles)

Quelle: Pixabay (Myriam Zilles)

Raucherentwöhnung mit Hypnose

Die Methode konzentriert sich nicht darauf, über das Rauchen als Handlung nachzudenken. Vielmehr stellen wir eine Fokussierung des Klienten auf den Respekt vor seinem Körper, das Leben und die Gesundheit. So wird die Aufmerksamkeit von der Abstinenz abgelenkt und ignoriert. Folgende Suggestionen können hilfreich sein.

  • Es ist dringend notwendig meinen Körper zu respektieren und zu schützen
  • Ich brauche meinen Körper zum Leben
  • Rauchen ist Gift für den Körper
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Einige überzeugende Untersuchungen haben gezeigt, dass Hypnose ein wirksames Mittel sein kann, um Ihnen zu helfen, mit dem Rauchen aufzuhören. Mit Aufhörraten, die herkömmliche Methoden leicht übertreffen.

Dennoch ist die Grundlage, dass man auch wirklich aufhören will. Eine Hypnotherapie ist nicht die beste Option, wenn:

Sie meinen, Sie sollten mit dem Rauchen aufhören, aber …
Sie sind nicht wirklich bereit aufzuhören.
Sie wollen für jemand anderen aufhören …

Die psychische Falle: Warum Sie nicht einfach aufhören können zu rauchen.

Bei Nikotin haben wir neben der geistigen Abhängigkeit auch die Körperliche.
Die körperliche Abhängigkeit, die Entzugserscheinungen verursachen kann, wirkt als große Hürde beim Ausstieg.

Es können Symptome wie Übelkeit, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, geistige Trägheit, Schmerzen und andere Beschwerden auftreten.


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Obwohl die Nikotinentzugssymptome unangenehm sind, gibt es auf einer tieferen Ebene noch etwas, was das Aufhören noch schwieriger macht. Die geistige Abhängigkeit. Unsere unbewussten Gedanken halten den Nikotinkonsum aufrecht. Unterbewusste Trigger lösen den Drang zum Rauchen aus. Gewohnheiten wie die Zigarette nach dem Abendessen oder beim Autofahren sind fest verankert. Automatisch greift man zur Zigarette, wenn es stressig wird oder wenn man ein Glas Wein eingeschenkt hat.

Diese geistige Abhängigkeit erklärt auch, warum die meisten Hilfsmittel zur Raucherentwöhnung wie die Nikotinersatztherapie meist unwirksam sind. Ein Nikotinpflaster wirkt nur den körperlichen Symptomen entgegen. Aber geistige Impulse, die unbewussten Gedanken, sind immer noch da.

Um die Nikotinabhängigkeit zu überwinden, müssen Raucher daher auch die geistigen Komponenten angehen. Indem wir mit dem Unterbewusstsein in Kontakt treten und die Behandlung von oben nach unten durchführen.

Was bedeutet eine von oben nach unten Behandlung? Angenommen ein Raucher versucht mit dem Rauchen aufzuhören. Er hat eine große Präsentation am Arbeitsplatz vor sich. Er fühlt sie sich aus diesem Grund gestresst. Der Stress könnte dann das Bedürfnis nach einer Zigarette auslösen. Aber woher kommt dieser Auslöser? Wie ist das Phänomen zu erklären?

Die sensorischen Informationen werden an das Gehirn gesendet (Tastsinn, Geruchsinn, die Gefühle und das was wir sehen). Die rohen sensorischen Daten werden an das Gehirn übermittelt. Sie werden verarbeitet und abhängig von unseren Lebenserfahrungen interpretiert.

Wenn der Verstand das Stresssignal empfängt, nimmt die Reaktionskette ihren Lauf. Der Organismus weiß jetzt genau was zu tun ist. Das was bei stressigen Situationen immer geholfen hat. Die auf die ursprünglichen Gedanken „ich bin gestresst“ basierte Aktion wird ausgeführt. Ich rauche und habe eine sofortige Entlastung. Auch wenn die Wirkung kurzweilig ist und mir das Verhalten auf lange Sicht eher schadet, wird unser Belohnungssystem unmittelbar stimuliert.

Es ist dieser Prozess, der die Aufgabe des Rauchens so schwierig macht.

Unterbewusste Gedanken beeinflussen unsere Antworten von oben nach unten. So können Sie zum Beispiel Rauchen mit Beruhigung in Verbindung bringen. Daher kann Ihre natürliche Reaktion auf Stress darin bestehen, dass Sie sich eine Zigarette anzünden müssen.

Der Schlüssel zur Raucherentwöhnung liegt darin, in den Mechanismus von oben nach unten einzugreifen und sich so von den Fesseln der Sucht zu befreien.

Rauchen, Fesseln brechen, Quelle: pixabay (Tumisu)

Quelle: Pixabay (Tumisu)

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Quelle Beitragsbild: Pixabay (Hans Martin Paul)