In der Hypnotherapie decken wir bewusste und unbewusste Verhaltensweisen auf, die uns momentan negativ beeinflussen.

Ist es wirklich nützlich von Essenstypen zu reden? Zwischen der Orthophagie, die beschreibt das „sich krankhaft gesund Ernähren“ wollen und der Polyphagie „den krankhaft gesteigerten Appetit“ gibt es viele Abstufungen.

Haben Sie sich schon mal gefragt, welche Charakterzüge sich bei ihnen während des Essens in den Vordergrund drängen?

Im Folgenden ist eine Einteilung nach Charaktereigenschaften aufgeführt, die einige von uns beim Essen annehmen. Als was  für einen Essenstypus würden Sie sich bezeichnen?

Überprüfen sie selbst, wo Sie sich hier wiederfinden können.

Der emotionale Essenstypus

Wenn ich mich unwohl fühle, wende ich mich automatisch dem Essen zu.

Unangenehme Gefühle machen Lust auf Essen z.B. Stress, Trauer, Verlegenheit oder Einsamkeit.

Essen wirkt für mich beruhigend. Es ist Kameradschaft, tröstlich, sicher.

Der unbewusste Esser

Ich esse oft ohne es bewusst wahrzunehmen. Es ist wie ein unbewusster Mechanismus, während ich etwas Anderes tue. Ich esse und schaue fern. Ich esse und ich arbeite. Ich bin an meinem Computer und esse. Ich esse und bin an meinem Handy. Ich fahre und esse.

Während ich in Gedanken oder Aktivitäten vertieft bin esse ich. Es ist ein Bewusstseinszustand der Unachtsamkeit. Es wird mir auch nicht bewusst, welche Mengen ich zu mir nehme.

Der grenzenlose Typus

Ich will und mag keine Einschränkungen. Das Essen ist für mich ein Vergnügen, ich liebe es zu essen. Auch wenn ich zugeben muss, dass es gleichzeitig ein getarntes Medium zum Abreagieren ist.

Wenn mir etwas schmeckt, kümmere ich mich nicht darum, ob es gut oder gesund für mich ist.

Es ist köstlich, dann möchte ich es essen.

Essenstypen-Der lustvolle-Esser-Foto von Tim Douglas von Pexels

Quelle: Pexels (Tim Douglas)

Der lustvolle Esser

Gibt es etwas zu essen, dann werde ich es essen,  auch wenn ich im Moment keinen Hunger habe.

Es ist nicht auszuhalten. Ich habe keine Kontrolle über mein Essverhalten in gewissen Situationen.

Leicht beuge ich mich der Idee oder dem Geruch von leckerem Essen. Ich fühle mich schwach, weil ich am Buffet, Süßigkeiten und generell allen Arten von Lebensmitteln nicht widerstehen kann. Meine Gedanken drehen sich um Essensmöglichkeit.

Der schuldvolle Typus

Wenn ich zu viel gegessen habe, fühle ich mich schuldig und unwohl. Nach dem Essen überfluten mich unangenehme und kritische Gedanken über mich selbst. Sie führen dazu, dass ich mich wertlos, unfähig und klein fühle.

Der Vorbeugende  Typ

Ich esse lieber rechtzeitig, damit ich später nicht hungern muss. Vorbeugen als Nachsorge. Ich möchte nicht fasten und werde alles dafür tun.

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Der Alles Verwertende Typus

Ich habe es bezahlt, gekocht und es wird alles gegessen,

Eine Stimme in mir befiehlt mir meinen Teller zu leeren. Schließlich ist es eine Sünde Essen wegzuwerfen, denn andere Menschen auf dieser Erde leiden an Hunger. Selbst wenn ich satt bin, esse ich immer noch weiter und weiter… bis der Teller leer ist.

Der sich selbst strafende Typ

Eine gute Behandlung verdiene ich nicht, weil ich so schwach, fett und unfähig bin. Da ich nichts Besseres verdiene, gehe ich grausam mit mir selbst um und bestrafe mich selbst.

Auch wenn ich „schlecht“ esse, ist das Essen Dreh- und Angelpunkt meiner Gedanken.

Der gutmütige Reste Verwerter

Ich esse viel und gut oder nicht gut, alles was mir angeboten wird. Anerkennung und Bewunderung ernte ich für die Gutmütigkeit, dass ich alles aufesse. Eine gute Mühle mahlt alles oder „Müllschlucker“, wird über mich gescherzt!

Essenstypen „Jasager“-Foto von Gabby K von Pexels

Quelle: Pexels (Gabby K)

Der ängstliche Typus

Das Essen ist mir peinlich beziehungsweise vor Anderen zu essen. Ich bin hin und her gerissen. Eigentlich will ich schon essen und gleichzeitig will ich es auch nicht. Ich habe Angst zu Essen, weil ich dick bin. Wenn ich mich zum Essen hinsetze, fühle ich mich nicht wohl und bin nicht entspannt.

Der „Jasager“

Wenn mir etwas angeboten wird nehme ich es dankend an. Ich möchte nicht „Nein“ sagen, weil ich nicht verletzen möchte. Selbst wenn ich momentan wirklich etwas nicht möchte, werde ich es dennoch annehmen und zu mir nehmen.

Der gesundheitsbewusste Typ

Mein Interesse für Gesundheit und Fitness ist groß. Ich ernähre mich bewusst und folge einer bestimmten Ernährungsphilosophie. Regeln mit einem bestimmten Programm, wie und wie viel man isst bestimmen meinen Alltag. Ob Low Cab, Detox oder Paleo.

An welchen Richtlinien orientierst Du Dich im Moment?

Der intuitive Typus

Ich bin in Kontakt mit meinem Körper. Ich spüre es wenn ich Hunger habe. Ich esse das, wonach mein Körper im Moment verlangt.

Niemand darf meine Essgewohnheiten einschränken oder bestimmen. Wenn ich hungrig bin esse ich und wenn ich nicht hungrig bin, esse ich nicht.

Mein Essen genieße ich und ich weiß, wann ich aufhören soll. Mein Wunsch auf mich selbst aufzupassen bestimmt mein Verhalten und meine Entscheidungen. Ich höre auf meinen Körper!

Persönlich bin ich die meisten der oben genannten Arten durchlaufen. Lange habe ich gebraucht das Gleichgewicht zu finden. Es war ein Prozess, diese innere Ruhe zu erreichen, entsprechend dem intuitiven Typ.

Wenn Du bei mehreren Typen eine Übereinstimmung festgestellt hast, ist das ein Anfang.

Du hast jetzt einige Deiner bisher unbewussten oder auch bewussten Verhaltensweisen identifizieren und diesen Aufmerksamkeit geschenkt, also hast Du bereits den ersten Schritt unternommen, um sie zu ändern!

Einige dieser Typen sind der Beginn komplexerer Essstörungen (z.B. Bulimia oder Anorexia nervosa,). Wenn Sie sich oder einen geliebten Menschen nicht sicher fühlen, wenden Sie sich frühzeitig an einen Fachmann.

Wenn Sie das Gefühl haben, Hilfe zu benötigen. Hier anmelden.

Quelle Beitragsbild: Pexels (Criativithy)