Wir können lernen uns Einzufühlen und Mitzuschwingen und wir können lernen Mitgefühl zu dosieren. In dem fokussierten, kreativen Zustand der hypnotischen Trance finden wir unsere individuelle gesunde Maß von Herz und Kopfempathie.

Der Begriff der Empathie ist bei den meisten von uns mit dem positiven Einfühlen und Verstehen meinem Gegenüber gemeint. Seine Bedürfnisse und Empfindungen wahrnehmen damit ich rücksichtsvoll mit ihm umgehen kann. Verständnis und Einfühlung in der Partnerschaft, unseren Kindern, Freunden und Kollegen einbringen, damit wir mit unseren mitfühlenden Verhalten liebevolle Beziehungen führen können. Ist Empathie immer gut?

Kann man mit einem positiven Gegenstand nicht auch Negatives umsetzen? Was genau ist Empathie eigentlich? Was ist nun mit der Sache der Definition von Gut und Böse?

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, wie kann Empathie böse oder nicht gut sein. Aus der Empathie heraus eine Gefahr ausgehen die es sinnvoll ist ich mit Hypnose beleuchten?

Die dunkle Seite der Empathie

In seinen Buch behandelt zum Beispiel Professor Breithaupt für Kognitionswissenschaften die „Dunklen Seiten der Empathie“, dass auch angeborene emphatische Fähigkeiten für ‚“dunkle“ Seiten‘ menschlicher Denk- und Verhaltensweisen ‚verantwortlich‘ gemacht werden können. Eine einseitig gerichtete Empathie zu einer Partei meint er, kann dazu führen, dass wir uns anderen Parteien gegenüber ungerecht verhalten.

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Quelle: Pixabay (Gerd Altmann)

Empathie in der Wissenschaft

Weitere Anregungen gibt uns der Wissenschaftler Paul Bloom, Professor für Psychologie beschäftigt sich in seinem Buch „Against Empathy. The Case for Rational Compassion (Gegen Empathie: Der Fall für rationales Mitgefühl) mit der Empathie des Einfühlens.

Affektive Empathie ist unreflektiert da sie auf emotionalen Impulsen beruht und nicht auf reflektierter Meinungsbildung. Er gibt uns weitere Hinweise wie sinnvoll es ist, die Empathie zu reflektieren. Indem er auf den einseitigen Blick eingeht.

Entwickeln wir eine einseitige Empathie zu einer Person, Gruppe Partei die uns wichtig ist, könnte es uns hindert uns dabei die komplexe Wirklichkeit zu überblicken. Dadurch kann unsere Kompetenz zur Lösungsstrategie leiden.

Gefahren der affektiven Empathie

Eine Gefahr liegt auch daran, wenn wir uns von der Not anderer einnehmen lassen. Es wird dann schwierig oder gar unmöglich eine Situation zu überblicken.  Unsere Handlungsfähigkeit kann von den negativen Gefühlen, die wir von unseren Mitmenschen aufnehmen blockiert werden.

Die Expertin Tania Singer vom Max Plank Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften untersucht und vergleicht emotionale Empathie sensibilisiert, kognitive Empathie.

Das von Max Planck Gesellschaft herausgegebene E-Book (Mitgefühl in Alltag und Forschung) gibt einen kleinen Einblick in die praxisorientierte Arbeit von Tanja Singer.

Vorteile der kognitiven Empathie

In dem Moment wo empathisch sensibilisierte Menschen extrem ins Fühlen gehen klingt es einleuchtend, das sie in der Klarheit Entscheidungen zu treffen beeinträchtigt sind.

Mit der kognitiven Empathie ist mein lösungsorientiertes Denken und Handeln nicht beeinträchtigt.

Von negativen oder depressiven Gefühlen von meinem Umfeld wie und Hoffnungslosigkeit  Trauer oder Schmerzen nehme ich wahr muss jedoch nicht mitleiden. Ich lasse mich von den Gefühlen nicht einnehmen und bleibe handlungsfähig.

Burnout bei affektiver Empathie

Die affektive Empathie kann sehr belastend sein z.B. bei pflegebedürftigen oder psychisch kranken Familienangehörigen. Gehe ich in solchen engen Beziehungen mit den Emotionen mit, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich mich in  emotionaler Erschöpfung wiederfinde.

Suchen wir eine innige, tiefe Beziehung zu einem Menschen, dann ist es wichtig sich emotional einzulassen. Affektive Empathie ist Dünger für eine innige Liebesbeziehung. Liebe kann man nicht denken, nur fühlen. Leidet der Partner an einer Depression mit einem Gefühl der Gefühllosigkeit, dann wäre ein achtsamer Umgang mit den eigenen Ressourcen sinnvoll indem ich in die kognitive Empathie übergehe.

Kognitive Empathie

Die kognitive Empathie ist weniger belastend und fördert dennoch die Hilfsbereitschaft. Es wird eine Art von Empathie bezeichnet wo es darum geht in seinem Gegenüber gedanklich hineinzuversetzen. Es ist ein Erkennen und Erfassen von Absichten. Die Not, die Gefühle und Motivationen des Anderen werden kognitiv wahrgenommen. Der Betroffene kann bewusst, klar, freundlich und lösungsorientiert auf die Bedürfnisse reagieren.

Ohne sich mit dem Leidenden zu identifizieren so bleibt er handlungsfähig und verliert sich nicht im Gefühl.

Neurophysiologisch findet das affektive Einfühlen im limbischen System statt. Die kognitive Empathie dagegen ist reine Hirnleistung im präfrontalen Cortex.

Empathie ausgleichen mit Hypnose

In der Hypnotherapie kann Klarheit in der Situation geschaffen werden. Denn beide Formen der Empathie sind wichtig und richtig. Wir konzentrieren uns auf das innere Erleben. Die Wahrnehmung für Empathie kann sensibilisiert werden. Wie empathisch bin ich in welcher Situation bin. Es ist sinnvoll den Umgang mit der emotionalen und kognitiven Empathie zu trainieren. Um flexibel, je nach Situation zu entscheiden, was für mich und meinen Beziehungen gesünder ist.

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Quelle: Pixabay (Mohamed Hassan)

Bin ich stark im kognitiven oder gehöre ich zu den emotional hochsensiblen Menschen und zerfließe im Mitgefühl. Wann bin ich das eine und wann bin ich das andere. Von welchen Lebenserfahrungen oder Glaubenssätzen wird meine kognitive Empathie beeinflusst. Durch welchen Filter geht meine Wahrnehmung und welche Perspektiven stehen mir noch zu Verfügung.
Wir können lernen uns Einzufühlen und Mitzuschwingen und wir können lernen Mitgefühl zu dosieren. In dem fokussierten, kreativen Zustand der hypnotischen Trance finden wir unsere individuelle gesunde Maß von Herz und Kopfempathie.


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Quelle Beitragsbild:  Pixabay (Gerd Altmann)