Einsamkeit ist ein Gefühl, dass in unserer modernen Gesellschaft verbreitet ist.Wie eine Umfrage über  die Einsamkeit in Deutschland zeigt. Nicht nur alte Menschen die alleine Wohnen fühlen sich einsam.  Nicht selten sind die Personen im Prinzip gar nicht alleine, die sich einsam fühlen. Sie sind zu zweit, haben Kinder, Arbeitskollegen und sogar einige „Freunde“. Sie fühlen sich den „Freunden“ allerdings nicht nah genug. Dadurch können sie das Gefühl der Einsamkeit nicht brechen. Ein Gespräch beim Psychologen kann Entlastung bringen, einfach nur Reden…

Eine extreme Ausprägung der Einsamkeit ist die soziale Isolation. Die betroffene Person verlässt nie ihr Zimmer oder ihren Computer. Das Gefühl der Einsamkeit ist sehr verbreitet. Einige Menschen berichten sogar, dass sie die größten Momente der Einsamkeit inmitten von Menschen erlebt haben. Und das auch manchmal inmitten von Verwandten oder „Freunden“.

Alleinsein-Einöde-Einsamkeitsgefühl

Die Entstehung der Einsamkeit ist eine Entwicklung über einen längeren Zeitraum. Themen aus der Kindheit die nicht verarbeitet werden konnten. Belastende Ereignisse wie die Scheidung der Eltern, Mobbing in der Schule, finanzielle Probleme in der Familie oder Trauerfall. Auch Aussagen während der Erziehung können dazu beigetragen haben. Zum Beispiel wenn die Eltern sagen „Wir können niemandem vertrauen“. Emotionale kälte durch emotional unreife Eltern, kann das Gefühl des Alleinseins verfestigen. Es gibt Familien, in denen jeder alleine auf seiner Insel ist.

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Einsam in den sozialen Netzwerken

Die sozialen Netzwerke führen dazu, dass wir unser Leiden der Einsamkeit verbergen. Dazu gehört auch das Funktionieren unserer sozialen Gruppen (bei der Arbeit, in der Freizeit). Aber wann sind wir aufrichtig mit unseren Mitmenschen? Wann kommunizieren wir darüber, was uns wirklich wichtig ist?

Einsamkeit kommt nicht von der Abwesenheit von Menschen um uns herum. Sie resultiert aus unserer Unfähigkeit Dinge zu kommunizieren, die uns wichtig sind. Somit stellt sich die Frage: Was ist für mich wichtig, um zu kommunizieren. Häufig erscheint alles zunächst unbedeutend. Denn was uns wirklich wichtig ist, ist selten spektakulär.

Es geht nicht um Themen wie ein neues Auto zu kaufen oder einen Traumurlaub zu buchen. Es fällt uns schwer die wichtigen Dinge auszudrücken. Manchmal kommen wir mit Worten nicht dorthin. Was uns wichtig ist, steckt oft in sensiblen Bereichen. Es kann passieren, dass der Andere es nicht versteht und sich lustig darüber macht oder es ignoriert. Wir können enttäuscht oder verletzt werden.

Einsamkeit, Frau am Strand, pexels (Polina Sirotina)

Quelle: pexels (Polina Sirotina)

Die Maske abnehmen

Um das Gefühl der Einsamkeit verlassen zu können, müssen wir unsere „Maske“ absetzen. Wir kommen aus uns heraus und sprechen die wichtigen Themen an. Je häufiger und konsequenter wir das praktizieren, umso eher werden die bedeutenden Personen in unserer Umgebung zu wahren Freunden.

Wir können uns all die Jahre der Einsamkeit ersparen, wenn wir frühzeitig reagieren. Das familiäre und kulturelle Modell oder die Erfahrungen als Kind versperren uns den Weg. Professionelle Unterstützung ist in solchen Fällen sehr hilfreich und führt schneller zum Ziel.
Der erste Schritt gegen die Einsamkeit ist also ein Schritt auf Dich zu. Zunächst scheint das Problem von außen zu kommen. Die Unfähigkeit, die richtigen Leute zu finden oder den richtigen Weg, um eine echte Beziehung einzugehen. Die Ursache liegt bei uns selbst.

Wer sich nicht mehr allein fühlt, ändert die Beziehungen zu anderen. Vielleicht, weil Du nicht mehr alles von ihnen erwartest. Daher fürchtest Du sie nicht mehr und spürst ihre Gegenwart. Es ist wie ein unsichtbarer Faden voller guter Schwingungen, der zwischen Euch gespannt ist.


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Auswirkungen von Einsamkeit

Die Einsamkeit betrifft viele Senioren, die mit Verwandten oder Freunden mehre Monate nicht sprechen. Die Auswirkungen auf die Psyche können schlimmer sein als zu rauchen oder Alkoholiker zu sein. Isoliert zu leben kann gesundheitsschädlicher als mangelnde körperliche Aktivität oder Fettleibigkeit sein. Die Isolation wirkt sich negativ auf die Lebenserwartung aus. Mittlerweile ist die Qualität des sozialen Lebens zu einem lebensbedrohlichen“ Risikofaktoren geworden.

Soziale Interaktion ist der Eckpfeiler der Lebenserwartung und hat mehr Auswirkungen auf die Gesundheit als Genetik, Geld, Art des Jobs oder sogar Cholesterin. Soziale Bindungen sind bei weitem die wichtigsten Faktoren für die Gesundheit einer Person. Zusätzlich zu den psychologischen Auswirkungen führt der Mangel an menschlichem Kontakt zu einem Stresszustand. Dieser hat wiederum psychosomatische Auswirkungen wie z.B. hoher Blutdruck. Viele Faktoren, die die Gefäße und das Herz schädigen.

In Orten, wo die meisten Hundertjährigen der Welt leben, herrscht ein ausgeglichenes soziales Verhalten. Dies ist in Okinawa (Japan) der Fall. Ältere Frauen müssen nach einer überlieferten Tradition täglich fünf Freunde treffen. Diese Lebensgewohnheiten haben zusammen mit anderen einen großen Einfluss auf die Lebenserwartung. Menschen geht es viel besser, welche noch eine intakte Beziehung zu ihrem Lebenspartner, ihren Kindern oder ihren Freunden haben.

Einsamkeit, Frau am Berg, pexels (Luis Fernandes)

Quelle: pexels (Luis Fernandes)

Was tut der Staat gegen Einsamkeit?

Das Gesundheitssystem hat sich in der Vergangenheit  nicht mit dieser Realität befasst. Trotz der Anhäufung wissenschaftlicher Erkenntnisse wird kein Budget für diese Risikofaktoren investiert. Die Zahl der allein lebenden Menschen steigt, angetrieben durch die alternde Bevölkerung und die Scheidungen. Die Quantifizierung der sozialen Isolation ist jedoch eine komplexe Aufgabe, da allein lebende Menschen ein reiches soziales Leben führen können. Andere Personen können an Einsamkeit leiden, obwohl sie von Mitmenschen umgeben sind.

Immer mehr Menschen leben isoliert. Die Einsamkeit resultiert nicht nur aus persönlichen Problemen. Sie hängt auch von externen Faktoren ab, die durch den Staat beeinflusst werden können. Dazu gehört u.a. die Stadtplanung. Es können Möglichkeiten für mehr Geselligkeit geschaffen werden.

In Großbritannien wird über ein Ministerium für Einsamkeit gesprochen, wäre es für uns in Deutschland auch sinnvoll?


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Quelle Beitragsbild: pexels (Andrew Neel)